Dienstag, 17. Februar 2015

Neuer Klappentext: "Die Heilanstalt"

Heute habe ich eine Stunde lang mit Johannes Zum Winkel telefoniert, dem Inhaber der marktführenden Rabattseite für E-Books XTME. Neben Matthias Matting, dem Autor der Self-Publisher-Bibel, ist er eine der beiden großen Autoritäten im Bereich des E-Book-Marketings.


In dieser Stunde habe ich mehr übers Marketing erfahren als in den vielen Wochen zuvor, die ich mit dem Lesen einschlägiger Blogs, Foren und Ratgeber zugebracht habe. Einige Dinge, die ich zu wissen glaubte, hat Herr Zum Winkel sogar mit überzeugenden Argumenten widerlegt und mich vom Gegenteil überzeugt. Es geht doch nichts über ein kleines "Private Coaching". ;) 


Wir haben lange über den Klappentext der "Heilanstalt" gesprochen:
"Patrick Baumgartner erwacht ohne Erinnerung in einer Heilanstalt. Alle Räume sind lichtdurchflutet und blitzen vor Sauberkeit. Doch Patrick spürt die unterschwellige Dunkelheit an diesem Ort und ahnt, dass im Verborgenen eine lebensbedrohliche Gefahr lauert. Die Menschen wirken betäubt, ihre Augen sind getrübt. 

Nur die Patientin Melanie Kahlbach besitzt einen klaren Blick und kennt das Geheimnis, das sich hinter der „Heilung“ verbirgt. Patrick bleibt nicht viel Zeit, um seine Erinnerung wiederzuerlangen und den Fängen der Heilanstalt zu entkommen. Nicht nur sein eigenes Leben steht auf dem Spiel; denn Patrick befindet sich nicht zufällig an diesem Ort."
Ich fand den Klappentext ziemlich gut. Vielleicht nicht perfekt, aber ordentlich. Herr Zum Winkel sah jedoch einige Probleme, auf die ich wohl nie gekommen wäre. Zunächst einmal sagt der Text zu wenig darüber aus, worum es in dem Buch eigentlich geht. Klar, als Autor will man im Klappentext nicht zu viel verraten, den potenziellen Leser neugierig machen und Spannung erzeugen. Aber es sollte ersichtlich werden, was genau den Leser erwartet. "Reinen Wein einschenken" hat Herr zum Winkel das genannt. Schließlich soll die passende Zielgruppe angesprochen werden. Weckt der Klappentext falsche Erwartungen, führt das bei vielen Lesern zu Enttäuschung und einer schlechten Rezension. 

Außerdem sollten verkaufsfördernde Schlagworte auftauchen, die den Roman auszeichnen. In dieser Hinsicht waren viele Rezensenten findiger als ich, etwa +Bernd Kleinert, der seine wunderbare Rezension mit "Spannung, Nervenkitzel und viel Gefühl" überschrieben hat. Die meisten Leser wünschen sich ein Buch mit diesen Eigenschaften. Wenn "Die Heilanstalt" sie besitzt, warum sollte ich das nicht im Klappentext erwähnen? Es geht nicht um übertriebenes Eigenlob - "Dieser Roman ist ein absolutes MUSS für alle Literaturfreunde! Wahnsinn, was mir da gelungen ist! Unbedingt lesen!" - nein, es geht darum, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Ich bin ein bescheidener Typ, ja ehrlich. Im Alltag würde ich nie auf die Idee kommen, mit Erfolgen zu prahlen oder mit (vermeintlichen) Fähigkeiten zu kokettieren. Es ist mir sogar unangenehm, fremden Leuten von meinen Büchern zu erzählen, so bescheuert das auch ist. Aber beim Marketing ist falsche Bescheidenheit eine Todsünde. Es gibt einfach zu viele Autoren und Bücher da draußen. Wer gebückt geht, wird übersehen. So einfach ist das. Ich habe also den Rat des Experten befolgt und die Stärken des Romans - wie sie aus den Rezensionen der meisten Leser hervorgehen! - in den Klappentext geschrieben. 

Der letzte wichtige Punkt, den ich im Klappentext verschwiegen habe, ist die Liebesgeschichte zwischen Patrick und Melanie. Herr Zum Winkel fragte mich leicht entsetzt: "Warum, zur Hölle? Lovestories ziehen!" - und ich wusste keine Antwort. Vielleicht dachte ich, der Klappentext würde zu lang werden, wenn ich dieses Fass aufmache. Ich wundere mich nun selbst, dass mir der Blödsinn dieser Überlegung nicht früher aufgegangen ist. Die meisten Leser lieben es, wenn es zwischen den Protagonisten funkt. In der "Heilanstalt" spielt die Liebe zwischen den beiden Hauptfiguren sogar eine grundlegende Rolle. Warum sollte ich das potenziellen Lesern vorenthalten?  

Beim Schreiben muss ich noch eine Menge lernen. Aber beim Marketing bin ich noch ein echter Laie. Ich beginne gerade erst, die Mechanismen des Marktes und die Wichtigkeit der Sichtbarkeit zu verstehen. Es gibt noch zahlreiche Stellschrauben, an den ich drehen kann, ja drehen muss. Die Überarbeitung des Klappentextes war ein guter Anfang. 

Hier seht ihr das Ergebnis (bereits auf Amazon veröffentlicht):
"Patrick Baumgartner erwacht ohne Erinnerung in einer Heilanstalt. Alle Räume sind lichtdurchflutet und blitzen vor Sauberkeit. Doch Patrick spürt die unterschwellige Dunkelheit an diesem Ort und ahnt, dass im Verborgenen eine lebensbedrohliche Gefahr lauert. Die Menschen wirken betäubt, ihre Augen sind getrübt. 
Nur die Patientin Melanie Kahlbach besitzt einen klaren Blick und kennt das Geheimnis, das sich hinter der „Heilung“ verbirgt. Patrick und Melanie entwickeln starke Gefühle füreinander und flüchten gemeinsam in die Außenwelt. Dort offenbart sich ihnen eine entsetzliche Wahrheit … 

„Die Heilanstalt“ ist ein Roman über Schein und Wirklichkeit, über Vergessen und Erinnern. Zugleich ist es die Geschichte einer großen Liebe, von der das Schicksal der Menschheit abhängt. Mit viel Gefühl und spannenden Wendungen entführt Simon Geraedts den Leser in eine düstere Welt, in der die letzte Hoffnung noch nicht verloren ist."
Wie immer freue ich mich auf euer Feedback. Vielleicht habt ihr ja Ideen, wie der Klappentext sich noch verbessern ließe. Nur mit konstruktiver Kritik kann ich mich weiterentwickeln. Allein geht das nicht. Und eines steht fest: Man lernt niemals aus. :)

Euer Simon