Sonntag, 9. Februar 2014

Schreibblockaden und fehlende Motivation

Vor zwei Dingen ist wohl niemand beim Schreiben gefeit: Schreibblockaden und fehlende Motivation.

Wenn man nicht so recht vorankommt, sollte man eine Pause einlegen und Abstand gewinnen. Manchmal ist man einfach arbeitsblind, und ein Tapetenwechsel kann Wunder wirken. Außerdem sollten unbedingt die Grundbedürfnisse gestillt sein, bevor man sich ans Schreiben macht, sprich: Man sollte ausgeschlafen sein und keinen knurrenden Magen haben. Es ist auch wichtig, genug zu trinken, da die Konzentration ansonsten rasch nachlässt. Man braucht einen klaren Kopf und sollte keine Sorgen und Probleme mit sich herumschleppen. Das alles wirkt nämlich sehr ablenkend und hemmt die Kreativität und Fantasie.

Was die Motivation betrifft, so halte ich ein festes wöchentliches Schreibpensum für notwendig, an das man sich strikt hält. Das können zum Beispiel 1.000 Worte sein. Man braucht feste Zeiten, zu denen man schreibt und sich durch nichts ablenken lässt. Man kann nicht zwischen Tür und Angel schreiben, sondern braucht Ruhe und Isolation (zumindest geht es mir so). Das heißt, man muss Ablenkungen jeder Art gezielt vermeiden, z. B. Facebook, ein laufender Fernseher, ein Handy, das ständig klingelt usw. Wenn man sich zum Schreiben hinsetzt, wird nicht gechattet, telefoniert, ferngesehen, aufgeräumt, gegessen oder sonst etwas getan, das nichts mit dem Schreiben zu tun hat. Es wird geschrieben. Punkt. Es ist ganz normal, dass man sich nicht hinsetzt und sofort voller Inspiration in die Tasten haut. Man braucht eine gewisse Anlaufzeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Wenn man jedoch einmal das Loch im Papier gefunden hat, schreibt sich der Text oft wie von selbst.

Manchmal werde ich gefragt, wie man eine Geschichte so mit Details anfüttert, dass sie glaubwürdig und authentisch wirkt. Meine Antwort lautet: Bei der ersten Niederschrift gar nicht.
Anfangs geht es darum, so viel Text wie möglich zu Papier zu bringen und so weit wie möglich in der Geschichte voranzukommen. Hierbei ist es wichtig, dass man keine Zeit mit Feinschliffen und Einzelheiten verliert, die man in einem frühen Stadium der Geschichte ohnehin immer wieder ändern würde. Details fließen im Zuge der Überarbeitung in den Text ein, die erst in einem sehr viel späteren Arbeitsschritt erfolgt. Man sollte zwar eine möglichst genaue Handlungsskizze erarbeiten, bevor man überhaupt mit dem Schreiben beginnt, denn auf diese Weise hat man einen klaren Fahrplan, und es werden am Ende weniger Nachkorrekturen nötig sein. Aber es ist unmöglich, den Plot bis ins Detail am Reißbrett zu entwerfen. Seid also unbesorgt, wenn der erste Textentwurf noch weit von der Druckreife entfernt ist - das ist ganz normal.  

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesen Tipps ein wenig weiterhelfen, und wünsche euch noch viel Spaß und Inspiration beim Schreiben.

Das Thema am nächsten Sonntag: Füllwörter, Adjektive und Speech Tags.